Lebensphasenorientierte Personalpolitik als Unternehmenskultur

Wie Führungskräfte mit ihren Angestellten und Mitarbeitern umgehen, aber auch wie sich die Arbeitnehmer untereinander verhalten, welche Werte und Normen sie vertreten (und welche nicht), formt die Unternehmenskultur. Sie stellt den Rahmen dar, sie ist das Wertefundament, die Basis der Zusammenarbeit und ist deshalb in der lebensphasenorientierten Personalpolitik von größter Bedeutung.

Wer sich als Unternehmerin oder Unternehmer entschließt, die lebensphasenorientierte Personalpolitik einzuführen, muss sie in der Unternehmenskultur verankern, Familienfreundlichkeit muss im Betrieb gelebt werden. Sie muss Firmenphilosophie sein. Langfristig angelegte Beschäftigungsverhältnisse sind Voraussetzung einer Personalpolitik, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Berufsleben begleiten will.

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Es ist gut, sich mit der lebensphasenorientierten Personalpolitik auseinanderzusetzen. Auf den Seiten der einzelnen Lebensphasen finden Sie praktische Informationen. Die Seite Unternehmenskultur lenkt den Blick auf „das große Ganze“. Die für Unternehmer vielleicht wichtigste Frage „Was bringt mir das?“ beantwortet die Seite Kosten – Nutzen.

⇒ Literaturtipp: Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen möchte, dem sei folgende Veröffentlichung ans Herz gelegt: "Strategie für die Zukunft – Lebensphasenorientierte Personalpolitik", von Prof. Dr. Jutta Rump, herausgegeben vom Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz, 2011.

⇒ Link: www.mwkel.rlp.de/File/Strategie-fuer-die-Zukunft-pdf/

Eckpunkte einer entsprechenden Unternehmenskultur

  • Kommunikation: Das Unternehmen klärt seine Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, welche Unterstützung und Hilfe es in unterschiedlichen Lebensphasen leistet und arbeitet daran, dass lebensphasenorientierte Personalpolitik als Teil der Unternehmenskultur von den Arbeitnehmern als wichtig verstanden wird.
  • Chancengleichheit: Das Unternehmen setzt sich für Chancengleichheit von Mann und Frau ein, für gleichen Lohn und gleiche Aufstiegschancen. Auszeiten aufgrund von Kindererziehung oder Pflege stellen keine Hindernisse in der Karriere dar, sondern werden als normal, vielleicht sogar als Bereicherung in den Kompetenzen der Arbeitnehmer betrachtet.
  • Vorbildfunktion: lebensphasenorientierte Personalpolitik muss von der Führungsebene gelebt werden. Dies ist von immenser Bedeutung. Sieht ein Arbeitnehmer, dass der Chef beispielsweise Gleitzeit nutzt, um seine Kinder zur Schule oder in den Kindergarten zu bringen, wird es ihm sehr viel leichter fallen, entsprechende Angebote zu nutzen.
  • Mehr Eigenverantwortung – mehr Vertrauen: Lebensphasenorientierte Personalpolitik gibt dem Arbeitnehmer mehr Eigenverantwortung. Mehr Freiheiten für den Arbeitnehmer bedeutet mehr Vertrauen des Unternehmens in die Beschäftigten.
  • Flexibilität des Arbeitnehmers: Lebensphasenorientierte Personalpolitik bedeutet auch Flexibilität des Arbeitnehmers. Nicht alle Arbeitnehmer können von 8 bis 12 arbeiten, wenn auch die Nachmittagsstunden belegt werden müssen.

Tipps für die Umsetzung

Geplantes Vorgehen: Wichtig bei der Einführung der lebensphasenorientierten Personalpolitik als Unternehmenskultur ist, dass systematische Entscheidungen getroffen werden, es müssen geplant und strukturiert alle Gruppen innerhalb des Unternehmens einbezogen werden, so sollte beispielsweise, ein Betriebsrat nicht übergangen werden.

Mitarbeiterbefragungen: Um zu erfahren, wo der Schuh drückt, bietet es sich an, im Unternehmen die Beschäftigten zu befragen.

Nachhaltig Werben: Ein Unternehmen, das lebensphasenorientierte Personalpolitik als Teil der Firmenphilosophie betreibt, wird Vorteile auf dem Arbeitsmarkt haben. Werben lohnt sich also mit diesem Thema. Doch bevor die Familienfreundlichkeit nach außen getragen wird, sollte sie fest im Unternehmen verankert sein. Außendarstellung und Realität müssen übereinstimmen.

Alles oder Nichts? Es gibt viele Maßnahmen, die die Familienfreundlichkeit steigern, nicht alle müssen zur Anwendung kommen. In kleineren Betrieben ist die Begrenzung auf einige wenige aber effektive Maßnahmen sinnvoller. Wie das ausschauen kann, wird in den einzelnen Lebensphasen erläutert. Mit anderen Unternehmen in der Umgebung lässt sich zusammen mehr erreichen.

Kontinuität: Erzeugen Sie Kontinuität, damit ihre Mühen nicht versanden. Kontinuität lässt sich erzeugen durch:

  • Akzeptanz von „Familienkarrieren“
  • Mitarbeitergespräche
  • kompetente Ansprechpartner
  • Schaffung von Kontakthaltemöglichkeiten
  • Schwarze Bretter

Betriebsfeste für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Familie, mit Programm für Kinder mit freiwilligen Betreuerinnen und Betreuern aus dem Mitarbeiterkreis, Führungen für Mitarbeiter durch das Unternehmen.

Langer Atem: Eine Umstellung der Unternehmenskultur ist eine langfristige Aufgabe, ein längerer Atem ist gefragt. Trotz eventuellem Desinteresse oder Widerwillen  behalten Sie den Kurs bei. Beispielsweise kann es länger dauern, alte Rollenverständnisse in männerdominierten Berufen auf allen Unternehmensebenen zu ändern.

Diese Punkte finden Sie auch als Arbeitspapier hier

⇒ siehe auch: 

„Familie + Wirtschaft = Wachstum - Zeichen einer modernen Unternehmens-, Wirtschafts- und Standortpolitik in Mecklenburg-Vorpommern“, herausgegeben vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Mecklenburg-Vorpommern, April 2009, Link: http://www.regierung-mv.de/cms2/Regierungsportal_prod/Regierungsportal/de/wm/_Service/Publikationen/?&publikid=2124

Familienorientierte Personalpolitik – Checkheft für kleine und mittlere Unternehmen, DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, berufundfamilie gGmbH 2006, Link: http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/Publikationen/publikationen,did=17296.html

Beruf und Familie – wie gestalten wir das und? Ein Leitfaden für Praktiker aus Unternehmen und Kommunen von Dr. Siegfrid Caspar, Andre Kirchmann, herausgegeben von der Landesstiftung Baden-Württemberg. Der Leitfaden ist auf der Webpräsenz der Stiftung erhältlich. Link: http://www.bwstiftung.de/uploads/tx_ffbwspub/beruf_und_familie.pdf