Kosten - Nutzen

Maßnahmen, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihren Lebensphasen unterstützen, bewirken:

  • Verringerung der Fluktuation
  • Absenkung des Krankenstandes
  • Reduktion von kostenträchtigen Fehlleistungen (Kulanz und Gewährleistung)

Die Positionen lassen sich berechnen. Quellen, die zur Berechnung genutzt werden können, sind die Personalkennzahlen, die in jedem Unternehmen vorhanden sind.

Wichtige Personalkennzahlen in Bezug zur lebensphasenorientierten Personalpolitik sind unter anderem:

  • Krankenstand
  • Anzahl der Kündigungen
  • Mehrarbeitszuschläge
  • Kosten für Fortbildung
  • Anzahl der Mitarbeiter
  • Umsatz oder Gewinn pro Mitarbeiter

Auch lassen sich Kennzahlen über:

  • Anzahl Frauen / Anzahl Männer,
  • Altersstruktur (Staffelung in Intervallen möglich),
  • Anzahl der Teilzeitbeschäftigten,
  • Arbeitsunfälle

nutzen. Ein Unternehmen mit überwiegend jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zwischen 20 und 30 Jahren wird damit rechnen müssen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine große Rolle spielen wird.

Personalkennzahlen im Bild

Die Grafik veranschaulicht das Thema Personalkennzahlen

Kosten der Fluktuation

Durch Fluktuation entstehen folgende Kosten:

  • Überstunden anderer Mitarbeiter, die Arbeit auffangen
  • Auswahl/Anwerbung
  • Einstellungskosten
  • Einarbeitungskosten
  • Aus/Fortbildung

⇒ siehe auch: Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk – Potentiale, Kosten-Nutzen-Relationen, Best Practices, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2008. Link: www.bmfsfj.de/RedaktionBMFSFJ/Broschuerenstelle/Pdf-Anlagen/Familienfreundliche-Ma_C3_9Fnahmen-im-Handwerk,property=pdf,bereich=bmfsfj,sprache=de,rwb=true.pdf

Kosten-Nutzen-Rechnungen

1. Fluktuation

Wie sich Kosten und Nutzen von familienfreundlichen Maßnahmen gerade in kleinen Handwerksbetrieben gegenüberstehen, zeigt die Studie „Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk – Potentiale, Kosten-Nutzen-Relationen, Best Practices“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus dem Jahr 2008.

Am Beispiel eines kleinen Sanitärbetriebes zeigt die Studie, welche Kosten Fluktuation verursacht, nämlich 16.500 Euro pro vermiedenen Fall. Die Summe setzt sich aus den oben beschriebenen Positionen zusammen:

  • Überstunden
  • Auswahl/Anwerbung
  • Einstellungskosten
  • Einarbeitungskosten

Demgegenüber steht der Aufwand zur Vermeidung dieser Fluktuation, die der Betrieb zu tragen hat. Sie sind vergleichsweise gering. Es besteht ein zeitlicher Aufwand für eine bessere Arbeitsorganisation und Schaffung eins guten Betriebsklimas, was schwer monetär zu erfassen ist.

2. Absenkung des Krankenstandes

Ein hoher Krankenstand kann ein Hinweis darauf sein, dass im Betrieb etwas schief läuft, das kann eine mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein, das kann an einem schlechten Betriebsklima liegen oder - größer - gefasst kann der Grund auch in der Unternehmenskultur liegen.

Auch hier zeigt die Studie des Bundesfamilienministeriums am selbigen Unternehmen, was eine Verringerung des Krankenstandes bringt. Mit Maßnahmen, die insgesamt ein familienfreundliches Betriebsklima schufen (hier ging es unter anderem um mehr Arbeitszeitflexibilität und Mitarbeitermotivation), konnte der Krankenstand von 13 Tage auf 2,9 Tage pro Mitarbeiter deutlich gesenkt werden. Ergebnis: Durch die Vermeidung der Lohnfortzahlung konnte bei 30 Beschäftigten 43.500 Euro eingespart werden. Auch hier stand ein schwer quantifizierbarer Aufwand für die Arbeitsorganisation gegenüber.

3. Reduktion von kostenträchtigen Fehlleistungen

Es ist manchmal schwer, Beruf und Familie zu vereinbaren. Berufliche und private Termine können kollidieren, wenn beispielsweise Kinder oder Angehörige zu einer bestimmten Uhrzeit versorgt werden müssen. Es kann sich für Unternehmen bezahlt machen, Druck aus dem Kessel zu nehmen und dem Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin einen Heimarbeitsplatz einzurichten. In einem weiteren Beispiel, wiederum beschrieben in „Familienfreundliche Maßnahmen im Handwerk – Potentiale, Kosten-Nutzen-Relationen, Best Practices“, richtete die Firma einer geschätzten Fachkraft und allein erziehenden Mutter einen Heimarbeitsplatz ein, die so konzentrierter arbeiten konnte. Der Investition von 2000 Euro pro Jahr verteilt auf drei Jahre stand einem vom Inhaber geschätzten vermiedenen Gewährleistungsfall im Jahr im Wert von 5000 Euro aufgrund von zu hastiger und ungenauer Arbeit gegenüber. Das Beispiel zeigt, dass äußere Umstände und nicht die Person selbst das Problem sind, und man diese Umstände ändern kann.