Lebensphasenorientierte Personalpolitik

Ein kurzer Einstieg in die Personalpolitik

In der Personalpolitik geht es um die Ziele, die ein Unternehmen in allen Angelegenheiten verfolgt, die das eigene Personal betreffen. Alle Entscheidungen, die ein Unternehmen über seine Beschäftigten trifft, bilden in ihrer Gesamtheit die Personalpolitik des Hauses.

  • Wie komme ich zu dem Personal, das ich brauche?
  • Wie entlohne ich es?
  • Wie setze ich es effizient ein?
  • Wie erhalte ich seine Arbeitskraft?
  • Wie gehe ich mit meinen Beschäftigten um – in guten wie in schlechten Zeiten, bei Konflikten, wenn private und berufliche Pflichten kollidieren?

Dies sind nur einige Fragen, die sich Personalverantwortliche stellen und die die Personalpolitik eines Unternehemens beeinflussen.

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Die Lebensphasenorientierte Personalpolitik unterteilen wir in die Phasen:

 

  • Schwangerschaft/Elternzeit

  • Familie/Kinder

  • Pflege

  • Ältere Belegschaft

Im Menü links finden sie zu diesen Phasen die jeweiligen Informationen, die für kleine und mittlere Unternehmen von Nutzen sind.

Was ist lebensphasenorientierte Personalpolitik?

Unternehmen, die eine lebensphasenorientierte Personalpolitik betreiben, wollen natürlich ihr Personal effizient und nutzbringend einsetzen. Sie wissen aber auch, dass ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sich immer in bestimmten Lebensphasen befinden, die ganz unterschiedliche Belastungen mit sich bringen, beispielweise während der Elternschaft oder der Pflege von Angehörigen. In diesen Lebensphasen unterstützt ein Unternehmen mit nachhaltiger Personalpolitik seine Arbeitnehmer, schafft Angebote und informiert.

Lebensphasenorientierte Personalpolitik lohnt sich auch für kleine und mittlere Unternehmen. Dabei müssen nicht alle vorhandenen Maßnahmen zum Einsatz kommen; einige wenige helfen schon. Zudem kann sich eine lebensphasenorientierte Personalpolitik bezahlt machen, siehe Kosten - Nutzen.

Warum Lebensphasenorientierte Personalpolitik?

  • Gesetzliche Vorgaben sind zu erfüllen.
  • Unternehmen sollten umdenken. Der demografische Wandel wird die Fachkräfte verknappen. Unternehmen und Regionen werden in Konkurrenz um Arbeitskräfte treten. Wer als Unternehmen mit Familienbewusstheit punkten kann, wird Vorteile haben.
  • Die Gesellschaft wandelt sich. Frauen und Männer wollen Beruf und Familie und nicht Beruf oder Familie – auch um beruflich nicht auf das Abstellgleis zu geraten und so in finanzielle Probleme zu kommen. Hinzu kommt die Pflege der Angehörigen, diese wird sich in Zukunft ausweiten, mehr Frauen und Männer werden in Zukunft Pflege und Beruf vereinbaren müssen.
  • Lebensphasenorientierte Personalpolitik bringt dem Unternehmen Vorteile:
    • Die Fluktuation im Betrieb wird gesenkt.
    • Der Krankenstand sinkt.
    • Die Produktivität steigt, denn ein verbessertes Betriebsklima fördert die Motivation.
    • Das Image steigt.
    • Die Kosten für Mitarbeitergewinnung und-einarbeitung werden gesenkt.

⇒ siehe auch: Betriebliche Familienpolitik, Irene Gerlach, Helmut Schneider, Springer VS, 2012

Wie lebensphasenorientierte Personalpolitik in Gang bringen?

Die Abbildung rechts läßt sich per Klick vergößern. Sie verdeutlicht, über welche Schritte Unternehmer oder Personalverantwotliche am Anfang nachdenken sollten, wenn sie eine lebensphasenorientierte Personalpolitik einführen wollen.

  1. Am Anfang steht der Wille, eine lebensphasenorientierte Personalpolitik einzuführen.
  2. Danach kommt die Bestandaufnahme. Welche Maßnahmen etwa zur Familienfreundlichkeit gibt es schon? Welche werden noch benötigt? Mitarbeiterbefragungen geben Antworten.
  3. Die Befragungen werden ausgewertet, die Bestandsaufnahme analysiert, das weitere Vorgehen besprochen und mit allen relevanten Gruppen die Änderungsprozesse angeschoben.
  4. Die Maßnahmen werden eingeführt, erprobt und bei Bedarf verbessert.

Die Kenntnis über das eigene Personal ist wichtig!

  • Wie setzt sich meine Belegschaft vom Alter her zusammen?
  • Wie setzt sich meine Belegschaft vom Geschlecht her zusammen?
  • Wo drückt der Schuh?
  • Welche familienfreundlichen Maßnahmen biete ich bereits an?

Dies sind erste Fragen.

  • Antworten zu Frage 1 und 2 bieten die Stammdaten der Arbeitnehmer.
  • Eine Mitarbeiterbefragung beantwortet Frage 3.
  • Frage 4: Welche familienfreundlichen Maßnahmen bieten Sie an? Ein Blick in den Maßnahmenkatalog zeigt Ihnen, was Sie vielleicht schon anbieten.

⇒ Tipp: Gute Checklisten zu einer Mitarbeiterbefragung finden Sie in: Beruf und Familie – wie gestalten wir das und? Ein Leitfaden für Praktiker aus Unternehmen und Kommunen von Dr. Siegfrid Caspar, Andre Kirchmann, herausgegeben von der Landesstiftung Baden-Württemberg.

⇒ Link: Der Leitfaden ist auf der Webpräsenz der Stiftung erhältlich: http://www.bwstiftung.de/uploads/tx_ffbwspub/beruf_und_familie.pdf

Wo setze ich lebensphasenorientierte Personalpolitik ein?

Wer lebensphasenorientierte Personalpolitik einsetzen will, kann in folgenden Handlungsfeldern tätig werden:

  • Arbeitszeit
  • Arbeitsorganisation
  • Arbeitsort
  • Beratung / Information / Kommunikation
  • Unternehmenskultur / Führung
  • Personalentwicklung
  • Entgeltbestandteile & Leistungen
  • Service für Familien

Im Maßnahmenkatalog finden Sie eine Reihe von Maßnahmen, die Sie in Ihrem Betrieb einführen können, geordnet nach den hier genannten Handlungsfeldern.